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BlogBeitrag
  • 9. Februar 2026
  • Allgemein Fachwissen Pflege
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Das Mähen von Rasenflächen ist neben dem Düngen und Bewässern eine der wichtigsten und vor allem häufigsten Grundpflegemaßnahmen zur Erzielung einer ansprechenden Rasennarbe und zum Erhalt der Funktionsfähigkeit von Sportrasenflächen. Steigende Ansprüche und die Zunahme von Nutzungsfrequenzen erfordern nicht nur einen vermehrten Materialeinsatz – unter anderem bei Düngemitteln und Saatgut – sondern auch einen erhöhten Aufwand bei den Pflegemaßnahmen. Hier kommen viele Sportvereine an die Grenzen des Machbaren. Ein Fachaufsatz in drei Teilen – von Hartmut Schneider, anerkannter Rasenexperte.

 

Potentzielle Nachteile

Neben den Vorteilen durch den Einsatz von Rasenmähroboter kann es auch zu Nachteilen kommen:

  • Häufigere Mähgänge erforderlich, sonst Klumpenbildung beim Schnittgut
  • Aufwuchshöhe des Rasens bzw. Schnittgutmenge sind begrenzt
  • Keine so ausgeprägten Mähmuster wie bei Spindelmähern bzw. Sichelmähern mit Walzen
  • Einzelne Rasenmähroboter mähen nach dem Zufallsprinzip (geringere Effizienz)
  • Fahrspurenbildung insbesondere im Bereich der Ladestation
  • Verteilung von Saatgut blühender Fremdarten wie Poa annua
  • Potentzielle Anreicherung von organischer Substanz
  • Potentzielle Förderung von Regenwürmern
  • Vandalismus- und diebstahlgefährdet
  • Gefährdung von kleinen Tieren bei Nachtbetrieb

 

Nachtmähverbote drohen

Immer häufiger erlassen Behörden unterschiedliche Verbote bzgl. des nächtlichen Betriebs von Mährobotern. Dabei geht es nicht vorrangig um die Einhaltung von immissionsschutzrechtliche Lärmgrenzwerten während der besonders sensiblen Nachtzeiten, sondern im Regelfall um Verbotstatbestände, die mit dem Artenschutzrecht begründet werden.

Damit drohen erhebliche Einschränkungen beim Einsatz von Mährobotern aus Belangen des Tierschutzes, denn Mähroboter stellen eine nicht zu unterschätzende Bedrohung insbesondere für den Igel (Erinaceus europaeus) und andere kleine Wirbeltiere und Amphibien dar. Häufig fahren Mähroboter nachts, um den Spielbetrieb möglichst wenig einzuschränken. Gerade in dieser Zeit sind Tiere wie Igel auf der Suche nach Futter. Kollidieren beide, kann es zu schweren Verletzungen oder Verstümmelungen kommen, die oft tödlich enden. Bleibt zu hoffen, dass es künftig Systeme wie Kameras, Sensoren oder Schürzen für Mähroboter gibt, die diese Kollisionen verhindern.

 

Filzakkumulation

Rasenfilz ist eine organische Schicht, die sich im Rasen zwischen der Grasnarbe und dem Boden ansammelt. Diese Schicht besteht vor allem aus abgestorbenen Grashalmen, toten Blättern und abgestorbenen Wurzeln sowie unvollständig zersetztem Schnittgut. Rasenfilz führt aber ab einer bestimmten Menge bzw. Schichtdicke zu Problemen auf Rasenflächen. Hierzu zählen unter anderem:

  • Wasser und Nährstoffe dringen schlechter in den Boden ein
  • Der Gasaustausch ist gestört, Wurzeln können nicht richtig atmen
  • Krankheiten und Moos breiten sich leichter aus.

Beim Einsatz von Mährobotern auf Sportplätzen wird der Verbleib des Schnittguts auf der Rasenfläche von Platzverantwortlichen oft kritisch und als Ursache für schnelle Filzakkumulation verdächtigt. Eine Studie an der Universität Hohenheim (MORHARD, 2023) sollte dieser Hypothese auf den Grund gehen. Hierzu wurden herkömmlichen Sichelmähern mit Schnittgutaufnahme von Mährobotern verglichen. Nach zweijähriger Laufzeit des Versuchs wurden keine besorgniserregenden Entwicklungen festgestellt. Insgesamt wurden nur an wenigen Untersuchungsterminen signifikante Unterschiede gemessen.

Laut MORHARD ist davon auszugehen, dass u.a. die Witterung und Maßnahmen zur Filzkontrolle einen größeren Einfluss auf Filzbildung und -abbau besitzen als das Mähsystem. Ein wichtiges Kriterium scheint aber auch die Mähfrequenz zu sein. Je häufiger gemäht wird, desto kleiner sind die Schnittgutschnipsel und desto größer ist die Gewebeoberfläche für mikrobielle Angriffe. Mit der Mähhäufigkeit werden auch mehr junge Blätter gebildet, die sich schneller zersetzen als alte Blätter. Demnach ist davon auszugehen, dass auch seltener Einsatz von Mährobotern unter ungünstigen Bedingungen zu einer verstärkten Filzakkumulation führen kann.

Verstärkte Filzakkumulation auf einem Rasensportplatz mit Mähroboter.

 

Wirtschaftliche Betrachtung

Laut einer vom Deutschen Golfverband beauftragten und vom Institut für Landschaftsbau Sportfreianlagen und Grünflächen ILOS in 2018-2019 durchgeführten Studie zur automatisierten Rasenpflege auf Golfplätzen sind akkubetriebene Rasenmähroboter die ökonomischste Art des Rasenschnittes. Bei der Studie wurden akkubetriebene Rasenmähroboter mit Standard-Fairwaymähern ohne und mit autonomer GPS-Steuerung verglichen.

Maschinenkosten je Leistungseinheit in EUR (Quelle ILOS, redaktionell verändert)

Diese Erkenntnisse sind aber nur bedingt auf Rasensportplätze übertragbar, da hier relativ selten Fairwaymäher eingesetzt werden. Auf Rasensportplätzen hängt die Kalkulation auch davon ab, welche Rasenmähroboter-Typen wie und welche Sportplätze mähen sollen. Des Weiteren spielt die Abstimmung von Schneide- und Ladeintervallen eine Rolle.

Zusammenfassung

Seltene Mahd und das permanente Liegenlassen von zu langem Schnittgut kann zu einer Anreicherung von organischer Masse auf Rasenflächen führen, unabhängig vom Mähsystem.
Die Auswahl der Mähroboter sollte deshalb unbedingt an die zu mähenden Flächengrößen angepasst werden. Ein Rasensportplatz sollte im Idealfall auch mit einem Rasenmähroboter möglichst in einem Tag komplett gemäht werden können, damit die Schnittgutschnipsel möglichst klein sind.

Da neben der Art und Menge des Schnittgutanfalls auch Bodenfaktoren wie biologische Aktivität, Düngerwahl und pH-Wert eine Rolle bei der Filzakkumulation spielen, muss diese regelmäßig kontrolliert werden. Grundsätzlich sollte die Regel gelten, je mehr Schnittgut auf der Fläche verbleibt und je biologisch inaktiver der Boden ist, desto häufiger sollte der Filzakkumulation durch Striegeln und Vertikutieren vorgebeugt werden.

Die immer besser werdenden Mähroboter dürften in Zukunft ein großer Segen für viele Kommunen und Betreiber sein, sofern der Fluch mit den Nachtmähverboten in den Griff zu bekommen ist.

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